Damion Lee

Pop/Rap – Wien

Ist das noch Pop Musik? Kann man das als Rap interpretieren? Dennoch fühlt es sich in all seiner Traurigkeit, zeitlos und wunderschön an.

Den Hang zur Bühne verspürte er früh. Da klingeln bei den VerhaltensanalytikerInnen die Glocken. Und sie würden Recht behalten.

Identitätslos begann die Reise nach musikalischem Verlangen. Eine für ihn so notwendige Medizin, die er nur selbst zu produzieren vermag. Die ihn abhängig machte. In seinem Debut Album „Mein Erstes“, welches 2018 erschien, kann man diese Aufbruchstimmung hören. „Wie du“, „Verliebt“ oder „Erinnert Euch“ stechen dabei sehr heraus. Hier kommt der Hit-Radio-Typus voll auf seine Kosten. Luftig und verspielt mit einer sich ankündigender Dunkelheit. Der letzte Song auf diesem Album – „Weiter gehen“.

„Mein Zweites“ veröffentlichte er im darauffolgenden Jahr. Ein Abnabelungsprozess ist im Gange. Gleich der erste Song „Echt“ lässt erahnen, wie es um ihn bestimmt war. Die Sounds auf der EP haben eine subtile Wut inne. Auch die Lyrics und seine Stimme transportieren mehr Schmackes „Pum Pum“ fungiert hierbei als absoluter Banger. Ein weiteres Jahr vergeht.

„Mein Drittes“, mit insgesamt zwölf Liedern, geht in Richtung Aufarbeitung. Es beginnt mit gern gehörter Heiterkeit – dem Song „Hey“. Titel wie „The Criminal“ oder „Zeig mir deine Bilder“ gehen ins Mark. Der Melancholie etwas schönes abverlangen. Der rote Faden so far.
2023. Nach zahlreichen privaten Rückschlägen und pandemiebedingter Pause war es an der Zeit, sein Erlebtes ein viertes Mal auf Platte zu pressen. Die Herangehensweise war dieses mal jedoch eine andere. […] Dieses mal zieht er sich selbst in die Verantwortung, anstatt die Schuld bei seinen Mitmenschen zu suchen. „Mein Viertes“ klingt erwachsener als seine drei Vorgänger. Mit dem Charme und der Leichtigkeit des ersten Albums.
Sein Leben führt er jetzt, wie auch seine bisherigen Veröffentlichungen, in Eigenregie. Für immer der Kunst gewidmet.

„Verstoßen worden von mir selbst – jetzt wieder nach Hause gekehrt.“